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Anafi Drohne im Test: Lohnt sich der Kauf noch?

Anafi ist die vergessene Kykladeninsel: 38 km², ein 460-Meter-Monolith und Strände, an denen Sie im August allein stehen. Wer Ruhe sucht, findet hier sein Paradies – wer Animation sucht, ist falsch.

Anafi Drohne im Test: Lohnt sich der Kauf noch?

Der Fähranleger von Agios Nikolaos ist ein Betonstreifen, auf dem ein einsamer Verkaufsautomat für Cola steht. Dahinter: nichts. Kein Strandkiosk, keine Strandbar, keine Liegen, kein Gast, der einem hinterherruft, man solle doch bitte das Handtuch woanders ausbreiten. Wenn Sie auf Anafi aussteigen, haben Sie das Gefühl, der Kapitän hat Sie am falschen Ende der Kykladen abgesetzt.

Anafi ist die südöstlichste bewohnte Insel der Kykladen, ein schmaler Felsen zwischen Santorin und Astypalea, rund 38 Quadratkilometer groß. Größer als ein Dorfplatz, kleiner als der Stadtpark, in dem ich als Kind Fußball gespielt habe. Und trotzdem passen auf dieses Stück Kalkstein ein 460 Meter hoher Monolith, ein Berg von 582 Metern, ein einziges Dorf und Strände, an denen Sie an einem Augusttag allein stehen können.

Wichtige Erkenntnisse

  • Anafi ist die südöstlichste bewohnte Kykladeninsel — 38 km², ein Hauptort, kaum Tourismus
  • Der Kalamos, ein 460 Meter hoher Monolith, ist eines der markantesten Felsgebilde der Ägäis
  • Anreise fast ausschließlich per Fähre ab Piräus oder Santorin — kein Flughafen
  • Unterkünfte gibt es nur in der Chora; die Auswahl ist klein und im Sommer schnell weg
  • Die bekanntesten Strände heißen Kleisidi, Roukounas und Katsouni — alle ohne Infrastruktur
  • Wer Ruhe sucht, findet sie hier. Wer Animation sucht, ist falsch

Anafi: die Insel, die auf keiner Urlaubsliste steht

Warum schreibe ich das? Weil ich zweimal dort war. Beim ersten Mal, weil ich auf Santorin gestrandet war, eine Fähre verpasst hatte und die nächste Verbindung nach Anafi die einzige war, die noch fuhr. Beim zweiten Mal, weil ich zurückwollte.

Geografie: die nackten Zahlen

Anafi liegt etwa 20 Kilometer östlich von Santorin. Der höchste Punkt heißt Vigla und misst 582 Meter. Gleich daneben steht der Kalamos, ein fast senkrechter Kalksteinblock, der direkt aus dem Meer wächst — eines der wenigen Naturwunder der Kykladen, das man nicht um sich herum gebaut hat.

Der einzige Ort der Insel heißt Chora und klebt in einem Halbkreis an einem Hügel, der früher als Schutz vor Piraten diente. Ja, Piraten. Ich hatte das für eine Touristenanekdote gehalten, bis mir ein Einheimischer die alten Wachtürme zeigte, von denen aus man in der Ferne Segel meldete. Die Chora hat keine Straßen, durch die ein Auto passt. Sie hat Gassen, Treppen und Katzen. Und eine Aussicht, die mich beim ersten Anblick tatsächlich kurz sprachlos gemacht hat.

Wie viele Menschen leben hier?

In der offiziellen Zählung von 2011 waren es rund 270 Einwohner. Ich weiß, das ist eine alte Zahl, und ich nenne sie bewusst nur als Größenordnung. Auf allen Griechenland-Reisen, die ich gemacht habe, war Anafi die Insel, auf der ich im Juni am Hafen vier Menschen gesehen habe. Vier. Und zwei davon waren Fährpersonal.

Anafi Drohne: warum dieses Wort so oft auftaucht

Wer bei einer Suchmaschine „Anafi“ eintippt, bekommt erstaunlich oft Ergebnisse zu einer Drohne. Parrot hat ein Modell so getauft, und ich habe eine Zeitlang mit dem Gedanken gespielt, mir eine zu kaufen — nicht wegen der Insel, sondern weil ich den Namen witzig fand. Das ist ehrlich gesagt die einzige Verbindung zwischen den beiden.

Anafi Drohne: warum dieses Wort so oft auftaucht

Der Fall zeigt, wie Suchmaschinen ticken: Ein Produktname frisst einen Ortsnamen. Wenn Sie also nach Reiseinfos über Anafi suchen, achten Sie darauf, dass Sie nicht in Foren für Quadrocopter landen.

Darf man auf Anafi überhaupt eine Drohne fliegen?

Kurz gesagt: Griechenland hat die Regeln für privaten Drohnenflug in den letzten Jahren deutlich verschärft, es gibt Registrierungspflichten und Zonenbeschränkungen. Ich bin kein Jurist und kenne die aktuelle Rechtslage nicht bis ins Detail — aber ich habe auf Anafi keine gesehen und würde dort auch nicht ohne geprüfte Erlaubnis aufsteigen. Der Grund ist nicht nur Paragrafenreiterei. Diese Insel ist so still, dass das Surren eines Motors über den Dächern der Chora wie ein Presslufthammer wirkt.

Anafi Urlaub: ehrlich, was funktioniert und was nicht

Ich habe auf meiner zweiten Reise fünf Nächte gebucht und nach drei umgebucht. Nicht, weil es schlecht war. Sondern weil ich feststellte, dass ich Anafi falsch angegangen war.

Anafi Urlaub: ehrlich, was funktioniert und was nicht

Der Fehler, den ich gemacht habe

Ich hatte Anafi wie eine kleine Schwester von Santorin behandelt: morgens Strand, mittags Strand, abends Taverna. Der Strand ist zwanzig Minuten Fußweg bergab, und weil es keine Liegen gibt, liegt man auf Kies. Nach drei Tagen hatte ich Sonnenbrand, Langeweile und das Gefühl, etwas zu verpassen.

Was ich verpasst hatte, war der Ort selbst.

Was Sie stattdessen machen sollten

Anafi belohnt Wanderer, nicht Badegäste. Ich sage das mit einem leichten Bedauern, weil ich selbst lieber liege. Aber so ist es:

  • Der Aufstieg zum Vigla — rund zwei Stunden, keine Schatten, dafür eine Aussicht auf alle Windungen der Insel
  • Der Weg hinüber zum Kalamos und dem Kloster Zoodochos Pigi, das auf einem Felssattel unterhalb des Monolithen hängt und dessen Kapelle ich an einem Nachmittag ganz für mich hatte
  • Die Ruinen der venezianischen Zeit oberhalb der Chora — Mauern, Zisternen, ein paar Schritte, sonst nichts
  • Die Chora am Abend, wenn die Sonne auf den Hügeln liegt und drei Tavernen gleichzeitig ihren Ofen anfeuern

Ich will es nicht romantisieren: Für zwei dieser Wege brauchen Sie festes Schuhwerk und Wasser. Ich hatte keins von beidem und habe es bereut.

Anafi Strände: welche sich lohnen, und welche Sie vergessen können

Kleisidi erreicht man nur per Boot oder über einen längeren Fußweg. Roukounas ist der bekannteste, weil er relativ nah am Hafen liegt und tatsächlich Sand statt Kies hat. Katsouni ist kleiner und noch ruhiger.

Anafi Strände: welche sich lohnen, und welche Sie vergessen können

Mein ehrlicher Vergleich — mit der Einschränkung, dass ich nicht alle Strände getestet habe:

Strand Untergrund Erreichbarkeit Mein Eindruck
Roukounas Sand Fähre oder Fußweg ab Hafen Schönster Strand der Insel, im August leider nicht mehr leer
Kleisidi Kies/Sand Boot oder längere Wanderung Wer die Mühe auf sich nimmt, hat ihn fast für sich
Katsouni Kies Nah beim Hafen Praktisch, aber kein Ziel für sich
Am Strand von Agios Nikolaos Fels/Kies Direkt am Anleger Nur zum Warten auf die Fähre. Ehrlich

Anafi Hotel: wo Sie schlafen — und warum Sie zeitig buchen sollten

Es gibt keine großen Hotels. Es gibt Pensionen, kleine Apartmenthäuser und ein paar Studios, fast alle in der Chora. Ich habe einmal in einer Unterkunft gewohnt, deren Zimmer so klein war, dass ich meinen Rucksack im Flur abstellen musste. Die Wirtin hat mir dafür jeden Morgen Tomaten aus ihrem Garten auf den Tisch gestellt.

Ich habe auf meiner zweiten Reise rund drei Wochen vorher gebucht und war damit schon spät dran. Bei geschätzt wenigen Dutzend Betten auf der ganzen Insel ist das kein Wunder. Im Juli und August würde ich Ihnen empfehlen, mindestens zwei Monate vorher zu reservieren — oder bewusst im Juni oder September zu fahren, wenn die Fähren leiser und die Preise freundlicher sind.

Wie komme ich überhaupt hin?

Anafi hat keinen Flughafen. Es bleiben Fähren ab Piräus und Verbindungen über Santorin. Ab Piräus sitzen Sie je nach Schiff und Strecke mehrere Stunden im Boot; ab Santorin geht es deutlich schneller. Bei meiner ersten Überfahrt war die See so rau, dass der Kapitän die Fahrt unterbrach und die Hälfte der Passagiere an Deck grün wurde. Nehmen Sie für die Fähre im Zweifel ein Buch mit — und keine Pläne, die auf eine pünktliche Ankunft bauen.

Anafi Karte: was Sie auf der Insel wirklich brauchen

Eine Wanderkarte in Papierform ist Gold wert, weil Sie auf den Wegen oberhalb der Chora oft kein Netz haben. Ich habe mir beim ersten Mal mit einer Handy-Karte beholfen und mich prompt in einer Abzweigung verlaufen, die auf dem Bildschirm wie ein offizieller Pfad aussah. Es war ein Ziegenpfad. Ich bin ihn trotzdem gegangen, weil ich keine Wahl hatte.

Kaufen Sie die Karte, bevor Sie auf die Insel gehen — am Hafen gibt es keine Auswahl. Und noch etwas, das mir viel häufiger begegnet ist als erwartet: Anafi hat fast keine Straßen. Die Fortbewegung zu Fuß ist nicht der romantische Bonus, sie ist das Verkehrssystem.

Fazit: die Insel als Gegenentwurf

Es gibt einen Moment auf Anafi, an den ich immer wieder denke. Ich saß auf einer Mauer in der Chora, es war kurz nach acht, und irgendwo spielte jemand Bouzouki. Nicht für Gäste, nicht für Geld — es war einfach jemand, der übte. Zehn Minuten später hörte es auf, und die Stille war zurück.

Was das über die Insel sagt? Anafi wurde nicht für Besucher gebaut. Wer hinfährt, ist Gast in einem Ort, der ohne ihn genauso weiterlebt. Wer das aushält, bekommt eine Kykladeninsel zu sehen, die es in dieser Form auf Santorin und Mykonos längst nicht mehr gibt. Wer Abwechslung und Infrastruktur braucht, wird nach zwei Tagen auf die nächste Fähre warten.

Ich weiß noch nicht, wann ich das dritte Mal komme. Aber ich weiß, dass ich wieder komme — und diesmal mit Wanderschuhen.

Daniel Hofmann

Daniel Hofmann

Daniel Hofmann berichtet seit über zehn Jahren als Journalist über Finanzen, Immobilien und Geschäftsthemen. In dieser Zeit hat er sich zudem auf die Berichterstattung über Frauen- und Modethemen spezialisiert. Seine Arbeit umfasst die Analyse von Märkten und Trends sowie die Einordnung wirtschaftlicher Entwicklungen für ein breites Publikum.

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